Offener Brief an Senatorin Günther-Wünsch
Am 20. November, dem internationalen Tag der Kinderrechte, haben wir gemeinsam mit vielen anderen Akteueren für das Recht auf gleiche Bildungschancen für jedes Kind in Deutschland demonstriert.
Morgens ab 8 Uhr standen wir gemeinsam mit Vertreter:innen des Berliner Flüchtlingsrates, des Berliner Netzwerkes für besonders Schutzbefohlene, von Xenion, von Jugend ohne Grenzen, der GEW und anderen vor dem Abgeordnetenhaus, um der Berliner Senatorin für Bildung unseren offenen Brief zu überreichen.
In dem Brief fordern wir Frau Günther-Wünsch auf, die Pläne für weitere Segregationsschulstandorte in Berlin sofort zu stoppen!
Auch hier in der Hasenheide ist innerhalb der Unterkunft eine separate Schule mit 12 Schulklassen für schutzsuchende Kinder geplant. Doch was ursprünglich als Notlösung gedacht war, darf nicht zur neuen Normalität werden!
Diese Praxis der abgeschotteten Beschulung stellt eine deutliche Diskriminierung geflüchteter Kinder und Jugendlicher dar. Sie haben keinen Kontakt zu Gleichaltrigen außerhalb der Unterkunft. Ihre Teilhabe ist stark eingeschränkt. Die Isolation gefährdet ihre psychische Gesundheit, eine Normalität des Schulalltags kann so nicht entstehen. Besonders für die große Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Traumafolgestörungen ist eine isolierte Beschulung innerhalb von Großunterkünften hochgradig belastend.
Zahlreiche Studien zeigen außerdem: Der Spracherwerb geflüchteter Kinder wird am besten durch ein Umfeld mit vielfältigen Kontakten zur neuen Sprache gefördert. Nur durch gemeinsame Beschulung in Regelschulen können Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung sprachlich gefördert, sozial integriert und auch psychisch stabilisiert werden.









